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17. Juni 1953 - 17. Juni 2018

17. Juni 2018 - Gedenken an den Volksaufstand vor 65 Jahren in der Lutherstadt Eisleben

Geladen hatte der Verband der Opfer des Stalinismus Sachsen-Anhalt, dessen lokale Mitglieder erneut einen Kranz spendeten. Nach der Begrüßung durch Verbandsmitglied Dieter Wendt aus Sangerhausen sprach die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Frau Fischer, zu den Anwesenden. Danach las Maria Hahn aus einer Publikation von Dieter Mokros vor, der dafür Zeitzeugen befragte hatte. Mit diesen Worten konnten sich die Anwesenden ein Bild von den Vorgängen in der Lutherstadt Eisleben am 17. Juni 1953 machen.
Herr Schmidt, auch ein Zeitzeuge von damals hatte aus seinen Erinnerungen einige Zeilen vorbereitet. Er betonte den geschichtlichen Hintergrund dieses Tages, der zu seinem Bedauern für viele in Vergessenheit geraten ist. Auch die Tatsache, dass dieser Tag in der Bundesrepublik noch bis zur Wiedervereinigung als Tag der Deutschen Einheit gefeiert wurde, ist vielen nicht bewusst. Aus seiner Sicht ist dieser Gedenktag noch längst nicht in den Köpfen der Jugendlichen angekommen. Viel zu wenig wird im Unterricht über diesen Tag vermittelt. Herr Schmidt sieht in dem 17. Juni 1953 bereits den Beginn einer Entwicklung, die 1990 mit der Wiedervereinigung ihren Abschluss fand.
Für die Anwesenden sorgte Herr Hiller, er ist Sammler und Besitzer des „Heimatbuches“ in der Lutherstraße, für eine kleine Überraschung. Vor einiger Zeit wurden ihm Dokumente überreicht, die auch ein Plakat enthielten. Der Inhalt des Plakates war der Befehl Nr. 176 für die Stadt Eisleben und das Kreisgebiet Eisleben. Dieser Befehl verhängte den Ausnahmezustand und die Androhung vom Waffengebrauch. Ausgestellt vom Kommandant des Kreises und der Stadt Eisleben. Eisleben, d. 17.6.1953.
Frau Bach, sie wohnte zu jener Zeit direkt am Markt und fotografierte das Geschehen auf dem Marktplatz, dafür wurde sie verhaftet. Beide, Frau Bach und Herr Schmidt sind regelmäßige Besucher der Gedenkveranstaltung und des Erinnerungsortes.
Ehrhardt Schmidt, Bergmann und Zeitzeuge dieses Volksaufstandes, hat seine Erinnerungen an diesen Tag niedergeschrieben und sich dafür eingesetzt, dass die Lutherstadt Eisleben im Jahr 2003 eine Gedenktafel erhielt. Seit diesem Zeitpunkt findet jährlich eine Gedenkveranstaltung in der Lutherstadt Eisleben statt.
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