Friedrich Gottlieb König (1774 - 1833) Buchdrucker und Erfinder der Schnellpresse

Am 17. April 1774 wurde in Eisleben Friedrich Gottlob König als Sohn einer Bauernfamilie geboren und besuchte bis zum Beginn seiner Drucker-Lehre 1790 die „Schule bei St. Andreas“, das spätere Luthergymnasium.
Nach vielen erfolglosen Versuchen gelang es Friedrich König 1814 in England zusammen mit seinem Freund Andreas Friedrich Bauer die erste Druckmaschine der Welt zu bauen.
Im Jahre 1817 kehrten König und Bauer nach Deutschland zurück und gründeten bei Würzburg die Maschinenfabrik König & Bauer. 1828 richtete Friedrich König in der Klostermühle Münsterschwarzach die erste Papierfabrik im Königreich Bayern ein. Nach seinem Tod 1833 in Oberzell führten Andreas Bauer und seine Witwe Fanny König die Geschäfte weiter.
König & Bauer entwickelte sich im 19. Jahrhundert zum führenden Druckmaschinenhersteller und ist auch heute noch international tätig.
Friedrich Gottlob König wurde am 17. April1774 in Eisleben als Sohn einer Bauernfamilie geboren. Sein Vater Johann Christoph König lebte in bescheidenen Verhältnissen.Er hatte eine kleine Landwirtschaft und ein wenig Zugvieh, sodass er auch als "Bürger und Ökonom" bezeichnet wurde. Er war ein fleißiger, stiller und einfacher Mann. Die Mutter Sophie Christiane wird als vortreffliche Frau mit wachem Verstand geschildert.

Königs überdurchschnittliche Begabung ermöglichte es ihm neben dem Besuch der Volksschule, am Privatunterricht eines Pfarrers, des Magister Johann Gottlieb Berger, später Superintendent in Eisleben und als Retter von Martin Luthers Geburtshaus in die Geschichte eingegangen, teilzunehmen. Nach dem frühen Tod des Vaters geriet die Familie in noch ärmlichere Verhältnisse, ermöglichte König aber den Besuch des Gymnasiums. Bei seinem Abgang wurden ihm besondere Kenntnisse in Mechanik und Mathematik bescheinigt. Seine Lehrer und Mitschüler - darunter Friedrich von Hardenberg, der später unter dem Pseudonym Novalis gefeiert wurde - hatten sicher günstigen Einfluss auf die Entwicklung des hochbegabten Jünglings. Die solide Grundlage zu Königs allgemeiner und umfassender Bildung wurde hier im Gymnasium zu Eisleben gelegt.
1790 begann König bei der traditionsreichen Buchdruckerei „Breitkopf & Härtel“ in Leipzig eine Ausbildung zum Buchdrucker. Er war genau 20 Jahre alt, als er 1794 bei der damals schon berühmten Druckerei seinen Gesellenbrief erhielt. Durch diese Lehr- und Gesellenzeit kannte König aus erster Hand - oder noch besser am eigenen Leibe -, wie umständlich, langsam und außerordentlich anstrengend der Druckvorgang auf der
Handpresse war. Sicherlich haben diese eigenen Erfahrungen den wachen Geist Königs schon in den Leipziger Jahren angeregt, über Verbesserungen der Gutenbergpresse nachzudenken, um die schwere Arbeit des Druckers zu erleichtern.

Das Interesse an Druckmaschinen bestimmte seinen weiteren Lebensweg. Wahrscheinlich erhielt Friedrich König Kenntnis von der Funktion der ersten deutschen Dampfmaschine im Mansfelder Kupferbergbau. Vielleicht war das auch der entscheidende Impuls, den Druckvorgang der Handpresse so abzuändern, dass eine Dampfmaschine die Hauptarbeit leisten konnte.

1802 schloss er einen Vertrag mit seinem Jugendfreund Friedrich Riedel, um in seiner Heimatstadt Eisleben eine Buchhandlung mit angegliederter Druckerei einzurichten. Später vereinbarten beide, das dazu bestimmte Geld in die Entwicklung einer verbesserten manuellen Buchdruckmaschine zu investieren. 1803 begann König in Suhl mit der Konstruktion einer maschinenbetriebenen Druckpresse, die aber nur als funktionsschwache Holzkonstruktion ausgeführt werden konnte („Suhl-Presse“). Im vorindustriellen Deutschland mangelte es sowohl an ausreichenden Kenntnissen in der Metallverarbeitung als auch am nötigen Kapital, um Königs Ideen praktisch umzusetzen.
Nach Königs eigenen Worten war es sein Plan, eine verbesserte Handpresse zu schaffen, "bei welcher das Auftragen der Farbe durch einen Apparat verrichtet werden
sollte, derart, dass durch seine Verbindung mit der Bewegung des Karrens das Farbwerk getrieben und solcherart ein Arbeiter erspart wurde. Da indes hierbei
nichts gewonnen wurde in Bezug auf Geschwindigkeit, so kam mir sehr bald ganz von selbst der Gedanke, meine Presse vermittelst Maschinerie zu treiben und ihre
verschiedenen Verrichtungen auf eine rotierende Bewegung zurückzuführen, um so das Anbringen irgendeiner mechanischen Triebkraft zu ermöglichen."
1806 zog König deshalb nach London. In England hatte die industrielle Revolution bereits in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begonnen, die englische Ingenieurskunst galt um 1800 als unerreicht. König lernte in London den aus Stuttgart stammenden Feinmechaniker und Naturwissenschaftler Andreas Friedrich Bauer (1783-1860) kennen. Mit dem Kapital seines neuen Partners Bensley und Bauers mechanischen Kenntnissen wurde die „Suhl-Presse“ vollständig mit speziell gefertigten Metallteilen gebaut.
Bald stellten sich erste Erfolge ein. 1810 ließen König und Bauer eine Tiegeldruckmaschine patentieren, die sie 1811 fertigstellten. Die Maschine verfügte über ein Farbwerk, das mit Hilfe von Walzen die Druckfarbe verteilte und auf die Druckform auftrug. Im selben Jahr gelang der erste maschinelle Druck eines Buches. 1812 erfand König die Zylinderschnellpresse, die den Buchdruck revolutionierte. Am 29. November 1814 wurde die Londoner „Times“ als erste Tageszeitung der Welt mit der Zylinderdruckmaschine und Dampfmaschinenkraft hergestellt. Nachdem König diverse Patente erworben hatte, überwarf er sich mit seinen Finanziers. Diese wollten die patentierten Druckmaschinen ausschließlich in ihren eigenen Druckereien einsetzen, während König an der industriellen Herstellung seiner Maschinen interessiert war.
Im Jahre 1817 kehrten König und Bauer nach Deutschland zurück und gründeten bei Würzburg die Maschinenfabrik König & Bauer. 1828 richtete Friedrich König in der Klostermühle Münsterschwarzach die erste Papierfabrik im Königreich Bayern ein. Nach seinem Tod am 17. Januar 1833 in Oberzell führten Andreas Bauer und seine Witwe Fanny König die Geschäfte weiter.
Mit „König & Bauer“ wurde in Franken der Grundstein für eine Maschinenindustrie gelegt, die noch heute weltweite Bedeutung besitzt.
1891 wurde zu Ehren Friedrich Königs in seiner Heimatstadt Eisleben ein Denkmal nach dem Entwurf des Berliner Bildhauers Fritz Schaper errichtet.