Otto Alexander Florstedt (1863 - 1929) Großwildjäger, Naturschützer, Zoologe, Ornithologe und Jagdschriftsteller

Otto Alexander Florstedt wurde am 8. August 1863 in Hedersleben geboren, wo seine Eltern ein Gut besaßen.
Er ist im Mansfelder Land besonders als Großwildjäger und Jagdschriftsteller bekannt.
Florstedt zog es hinaus in die Natur. Er suchte Verbindung zu den berühmtesten Jägern seiner Zeit. 1896 pachtete er in Siebenbürgen 1000 Quadratkilometer Land, schuf Schongebiete für das Wild. Durch seine Pflege wuchs hier der Gemsenbestand von anfangs nur noch 100 Tieren wieder auf 3000 an. Im Jahr 1928 erschien sein Hauptwerk „In den Hochgebirgen Asiens und Siebenbürgens.“ Ein zweites geplantes Buch wurde nicht mehr fertig.
Otto Alexander Florstedt wurde am 9. August 1863 in Hedersleben als Sohn eines Gutsherren geboren. Schon früh wurde in ihm die Liebe zur Natur und besonders zu den Tieren wach. Er hielt sich verschiedene Tiere, besonders Hunde, und interessierte sich auch für das Schießwesen.
Nach dem Besuch der Volksschule in Hedersleben besuchte er zwei Jahre das Eisleber Gymnasium, wobei er täglich von Hedersleben zur Schule ritt. Zu Ostern 1875 wechselte Florstedt an die Lateinschule der Franckeschen Stiftungen Halle, das Abitur legte er in Eilenburg ab.
Anschließend diente er bei einem Reiterregiment in Potsdam, unternahm nach dem Militärdienst eine Reise nach Sibirien und kehrte nach Hedersleben zurück, um die Landwirtschaft zu erlernen.
Über die „Deutsche Jägerzeitung“ knüpfte er Kontakte zu berühmten Jägern seiner Zeit und konnte dank deren Vermittlung 1890 seine erste Jagdreise in die rumänischen Südkarpaten unternehmen. Sechs Jahre später kehrte er dorthin zurück, um sich nach einem Jagdunfall zu erholen, musste aber mit der Behinderung seines linken Armes leben.
Über diesen Unfall berichtet Florstedt selbst: „Im Jahre 1895 erhielt ich in Deutschland auf unserem Gute (in Hedersleben) eine schwere Schußverwundung in den Rücken. Ein Schrotschuß hatte mir aus nächster Entfernung die linke Schulter völlig zerschmettert, mit erheblicher Verletzung der Lunge. Das linke Schulterblatt war operativ entfernt, das linke Schultergelenk dadurch völlig versteift und der Gebrauch des linken Armes, besonders beim Schießen, stark beeinträchtigt. In Zukunft konnte ich nur mit einer kurzen Zielgabel schießen. Ich hatte längere Zeit an den Folgen der Schußverwundung zu leiden und war infolgedessen bei dem kurz darauf erfolgten Tode meiner Eltern nicht in der Lage, das väterliche Gut zu übernehmen.“
Durch Vermittlung siebenbürgischer Jagdfreunde konnte er von der damaligen ungarischen Regierung für 18 Jahre ein Gebiet in den Fogaraser Alpen (Südkarpathen) von etwa 100.000 ha Größe pachten und wurde rastlos tätig. So baute er sich einen Jagdhof mit Wohnungen für Jäger, ebenso Hundezwinger und Ställe für Kleinvieh. In den weiten Gebieten wurden Jagdhütten eingerichtet. Weitere Unterkünfte wurden für Wildträger, Hundezüchter, Pferdepfleger und andere benötigt. Die Lage seines Wohnhauses beschreibt Florstedt: „Tief im Gebirge drin, im schönsten Teil des Arpasiu-mare Tals, baute ich mir nun ein herrschaftliches Wohnhaus mit großen, sonnigen Räumen.“
Er war kein Jäger im damals üblichen Sinn, denn er schoss nur das Wild, das notwendigerweise erlegt werden musste, weil es überständig oder krank war. Vor dem Schuss beobachtete er die Tiere genau. Für das gesunde Wild schuf er in den Wäldern Schongebiete, die den Lebensgewohnheiten der jeweiligen Wildart entsprachen. Damit war er seiner Zeit voraus. Der Wildbestand wuchs dadurch bedeutend. Insbesondere legte er Schongebiete mit Salzlecken für Gemsen an, deren Bestand sich dann rasch erholte und bekämpfte erfolgreich die Wilderei.
Diese Zeit beschreibt Florstedt wiederum selbst: „Bei diesem harten, anstrengenden Trapperleben erholte ich mich nun gründlich, dass ich … fast alljährlich außerhalb der Jagdzeit noch weite Reisen in andere Länder unternehmen konnte... auf Steinböcke nach Kleinasien, … in das Sumpfgebiet und die Inseln der unteren Donau auf Adler, Wölfe, Trappen usw.“

In der Bukowina pachtete Florstedt ein Waldgebiet von 50.000 Morgen – 125 km², sieben bis acht mal so groß wie die Fläche der Stadt Eisleben. Hier setzte er Jäger zur Hege und Pflege von Edelhirschen ein. Die in der Bukowina erlegten Hirsche brachten Trophäen, die auf den Berliner Jagdausstellungen großes Aufsehen erregten und mit höchsten Preisen ausgezeichnet wurden.
Im Sommer 1906 unternahm Alexander Florstedt eine viermonatige Fahrt durch das Taurusgebirge in der Türkei und bezwang dort Höhen zwischen 3.000 und 4.000 Metern. Es erregte Bewunderung, dass Alexander Florstedt trotz des schweren Jagdunfalls mit der daraus entstandenen Behinderung sich dem Gebirgsjägerleben voll und ganz gewachsen zeigte.
1917 zog Alexander Florstedt nach Strausberg bei Berlin, später nach Arnswalde im heutigen Polen. Dort verstarb er am 24. Januar 1929, seine Urne ist in Eisleben beigesetzt.

Alexander Florstedt war nicht nur Großwildheger und -jäger, sondern auch Jagdschriftsteller, in der „Deutschen Jägerzeitung“ und der Zeitschrift „Wild und Hund“ veröffentlichte er verschiedene Beiträge. Sein Hauptwerk „In den Hochgebirgen Asiens und Siebenbürgens“ erschien im Jahre 1928 und wurde von der Fachwelt begeistert aufgenommen.
Nach Florstedts Tod gingen seine Jagdsammlungen und Trophäen an verschiedene Museen und Jagdvereine. Eine Restsammlung erwarb 1947 das Eisleber Heimatmuseum, dazu kam der Teil der Sammlung, der sich im Vereinszimmer des „Mansfelder Hofes“ befand. Die Objekte sind heute Bestandteil der Regionalgeschichtlichen Sammlungen der Lutherstadt Eisleben.