Maßnahmen
Grundschule „Am Schloßplatz“
Zu diesem Zeitpunkt standen zwar noch ein paar Restarbeiten an, aber die waren der kalten Witterung geschuldet und trübten die Freude auf den Aufschluss keinesfalls.
„Wir sind sehr froh, dass wir das Projekt umsetzen konnten“, so der Eisleber Bürgermeister, Carsten Staub (parteilos), bei der Übergabe. „Es ist uns als Stadt sehr wichtig, in die Infrastruktur, sei es in Kindertagesstätten, Horte oder Schulen, zu investieren.“
Nach den Worten das Bürgermeistern übernahm Hans-Jürgen Mönch, Geschäftsführer der AIC Planungsgesellschaft Halle, die sich der herausfordernden Planung gestellt hatte. „Herzstück und eine besondere Herausforderung der Bauarbeiten war die zwölf Meter hohe Stahltreppe“, so der Geschäftsführer
Mit der Sanierung historischer Bausubstanz hat die AIC Planungsgesellschaft Halle schon einige Erfahrung. Aber eine zwölf Meter hohe Stahltreppe in ein denkmalgeschütztes Bestandsgebäude einzubauen, „das war auch für uns etwas Besonderes“, sagte AIC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Mönch. Das Architekturbüro hat in Eisleben ein anspruchsvolles Bauvorhaben geleitet, das jetzt bis auf letzte Restarbeiten abgeschlossen ist: Die brandschutztechnische Ertüchtigung der Grundschule „Am Schloßplatz“.
Das Schulgebäude wurde am Standort des ehemaligen Stadtschlosses errichtet.
Mit dem Bau des königlichen Gymnasiums, später Luthergymnasium haben unsere Vorfahren im Jahr 1881 begonnen. Die Arbeiten des imposanten Gebäudes mitten in der Innenstadt konnten bereits 1883 abgeschlossen werden.
1929 wurde das Gymnasium mit der Oberrealschule zur Staatlichen Lutherschule vereint und zog in das neue Gebäude am Stadtpark. In der Schule am Schloßplatz hatten dann Behörden wie Zoll- und Finanzamt ihren Sitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden einige Räume wieder für Unterrichtszwecke genutzt. 1964 begann dann der reguläre Schulbetrieb in der Polytechnischen Oberschule „Hans Seidel“. 1992 übernahm die Lutherstadt Eisleben das Haus als Grundschule. In den folgenden Jahren wurde das Gebäude umfassend saniert.
Das Schulgebäude steht unter Denkmalschutz und dieser Schutzstatus war bei allen baulichen Maßnahmen zu beachten und mit den zuständigen Behörden abzustimmen.
Die Lutherstadt Eisleben nutzt das Schulgebäude seit 1992 als einen von 4 Grundschulstandorten. In die Grundschule am Schloßplatz gehen zum jetzigen Zeitpunkt ca. 190 Schülerinnen und Schüler.
Wobei man sagen muss, von den 4 Grundschulen kann in Bezug auf das Alter und der historischen Bauweise nur noch die Grundschule „Geschwister Scholl“ das Wasser reichen. Beide Schulen sind über 100 Jahre alt und prägen das Stadtbild.
In einem 1. Bauabschnitt wurde die ehemalige Hausmeisterwohnung umgebaut. Ziel war es, die Kapazität der Schule zu erhöhen.
Die erlassene Baugenehmigung zur Umnutzung der Hausmeisterwohnung beinhaltete Auflagen zur Erhöhung des Brandschutzes im Schulgebäude.
Im östlichen Gebäudeteil gab es in den beiden oberen Geschossen mehrere Klassen- und Funktionsräume, welche keinen 2. baulichen Rettungsweg aufwiesen.
Des Weiteren fehlten brandschutztechnische Abtrennungen zwischen den Fluren und den daran anschließenden Treppenhäusern.
Dies wurde nun mit dem Einbau einer weiteren Stahltreppe sowie von Brandschutztürelementen sichergestellt.
Außerdem wurde eine Sicherheitsbeleuchtung sowie Hausalarmierung für den Brandfall eingebaut.
Des Weiteren war die Ausgangstür zum Schulhof anzupassen. Hier musste die Aufschlagrichtung der Tür und das Treppenpodest geändert werden, um den Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrerinnen und Lehrern einen ungehinderten Fluchtweg zum Sammelpunkt, auf dem Schulhof, gewähren zu können.
Des Weiteren wurden aus den Finanzmitteln für die Unterhaltung der Schule parallel zusätzliche Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Schulleitung ausgeführt:
1. Sanierung des Raumes Nr. 1 im 2. OG (Erneuerung des Farbanstrichs und des Bodenbelags)
2. Umbau und Reparatur der Sprechanlage einschl. der Schuluhr und -klingel
Hierfür wurden Kosten von ca. 20.000,00 Euro eingesetzt.
Zur Umsetzung der brandschutztechnischen Baumaßnahme wurden beim Land Sachsen-Anhalt Fördermittel aus dem Programm „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Verbesserung der Schulinfrastruktur finanzschwacher Kommunen (Richtlinie Schulinfrastruktur) beantragt.
Der bewilligte Fördermittelbescheid in Höhe von 570.687,00 Euro ging am 19.03.2020 ein. Zuständig für die Fördermittel ist das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt.
Die Ausführungsplanung und Bauleitung wurden durch das Planungsbüro AIC Planungsgesellschaft mbH aus Halle übernommen.
Die Fachplanung für die Elektroinstallationen wurde durch das ortansässige Ingenieurbüro ABW Elektroplan GmbH erbracht und begleitet.
Die Bauleistungen wurden öffentlich ausgeschrieben. Es haben folgenden Firmen die Aufträge zur Realisierung der Baumaßnahme übernommen:
Los 01 Bauhauptgewerk
D. Tautrim Bau GmbH aus Eisleben
Los 02 Ausbaugewerke
D. Tautrim Bau GmbH aus Eisleben
Los 03 Brandschutz-Türelemente und Innentüren
Metallbau G. Priese GmbH aus Diepholz
Los 04 Ertüchtigung vorh. historischer Innentüren und RWA-Anlage
Tischlerei Reiner Hempel aus Berga
Los 05 Fluchttreppe, Granitbelag und Geländer
Metallbau Konrad Dölz, Inhaber Karsten Dölz aus Kraftsdorf
Los 10 Elektroarbeiten
EHT Elektro- und Haustechnik GmbH aus Bornstedt
Kosten der Baumaßnahme:
Gesamtkosten: ca. 1.116.000,00 Euro
Fördermittel: 570.687,00 Euro
Eigenanteil: ca. 545.313,00 Euro
Nach derzeitigen Stand konnten wir den Kostenstand der Auftragsvergabe halten, trotz allen vorgefundenen und nicht erkennbaren Umständen beim Bauen im Bestand.
Und wie es halt so ist, gab es beim Abbruch im Gebäude zur Herstellung des Treppenhauses immer wieder kleinere Überraschungen. Ein Gruß von den ehemaligen Bauherren und Bauarbeitern.
Wie z.B. geänderte Türöffnungen, Höhenunterschiede zwischen den einzelnen Fußböden, Deckenabfangungen aus Stahlträgern über dem Kellergewölbe, um nur ein paar wenige zu benennen.
Die Arbeiten starteten mit Beginn der Sommerferien 2024 und wurden, bis auf kleinere Restarbeiten, zum 31.01.2025 abgeschlossen.
An dieser Stelle danken wir allen Firmen für die gute Zusammenarbeit, insbesondere mit den auszuführenden Arbeiten während des Schulbetriebes.
Vielen Dank an die in der Schule tätigen Pädagoginnen und Pädagogen, Erzieherinnen und Erzieher sowie den hier lernenden Schülerinnen und Schülern, für die Geduld.
Baumaßnahmen in Burgsdorf
In Burgsdorf tut sich etwas: Eine alte Garage wird zurückgebaut, um Platz für Natur und wichtige Infrastruktur zu schaffen. Im Rahmen eines Förderprojekts werden die Garage sowie sämtliche Gründungskörper vollständig entfernt. Zuvor wurden bereits Sträucher und Bäume auf der Fläche beseitigt. Nach dem Abbruch wird das Gelände renaturiert: Bodenvertiefungen werden aufgefüllt, frischer Oberboden aufgebracht und anschließend Obstbäume, Sträucher und Rasen gepflanzt. Mit dieser Maßnahme schaffen wir zugleich die Voraussetzung für einen weiteren wichtigen Schritt: Auf der dahinterliegenden Fläche kann künftig ein Löschwasserkissen entstehen. Dieses dient der Sicherstellung der Löschwasserversorgung und stärkt damit den Brandschutz vor Ort.
Die Maßnahme wird über die Richtlinie CLLD EFRE gefördert.
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Förderbetrag: 13.489,25 Euro
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Gesamtbudget: 14.988,05 Euro
Die Umsetzung des Projekts ist bis April 2026 geplant.
Die Förderung erfolgt über die Investitionsbank Sachsen-Anhalt und cofinanziert von der Europäischen Union