Das unerschrockene Wort

Stadt sucht Vorschläge für Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“

Die Lutherstadt Eisleben gehört zum 16 Städte umfassenden „Bund der Lutherstädte“. Jede Stadt ruft alle zwei Jahre ihre Einwohnerschaft auf, Vorschläge für den mit 10.000 Euro dotierten Lutherpreis „Das unerschrockene Wort“ einzureichen. Personen, Personengruppen die in Wort und Tat für die Gesellschaft, die Gemeinde oder den Staat bedeutsame Aussagen gemacht und gegenüber Widerständen vertreten haben, können vorgeschlagen werden.
Im Andenken an das Wirken Martin Luthers wird „Das unerschrockene Wort“ seit 1996 alle zwei Jahre in einer der Lutherstädte vergeben. Der Preis erinnert an den Mut und die Standhaftigkeit des Reformators, als dieser sich auf dem Reichstag zu Worms 1521 weigerte, seine Ansichten zu widerrufen und daraufhin geächtet wurde.
Jede der 16 Lutherstädte kann einen Kandidaten oder eine Kandidatin aus dem In- oder Ausland für den Preis nominieren. Aus diesen ermittelt die Jury – bestehend aus den Vertreterinnen und Vertretern der Städte und weiteren Personen des öffentlichen Lebens – die gemeinsame Preisträ-gerin bzw. den Preisträger.


Die Lutherstadt Eisleben bittet ihre Einwohnerinnen und Einwohner, Vorschläge mit einer Begründung einzureichen. Die eingegangenen Vorschläge werden von der Stadt geprüft, bewertet und anschließend dem Stadtrat zur Entscheidung vorgelegt. Alle Vorschläge werden vertraulich behandelt. Auch die vom Stadtrat nominierte Persönlichkeit wird nicht veröffentlicht. Jede der 16 Lutherstädte nominiert eine Person. Die Preisträgerin bzw. der Preisträger wird im Herbst in einer Sitzung der Lutherstädte ermittelt. Die Preisverleihung folgt im Frühjahr 2027 in Coburg.
Vorschläge können bis 31. Juli 2026 gesendet werden an: Lutherstadt Eisleben Stabsstelle Kultur, Stichwort: „Das unerschrockene Wort“, Markt 1, 06295 Lutherstadt Eisleben oder
per E-Mail an: kultur@lutherstadt-eisleben.de

Erinnerung an Martin Luther
Seit 1996 wird „Das unerschrockene Wort“ alle zwei Jahre an couragierte Persönlichkeiten verge-ben. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung erinnert an den Mut und die Standhaftigkeit Mar-tin Luthers. Im Jahr 1521 weigerte sich der Reformator im Reichstag zu Worms vor Kaiser Karl V., seine Thesen zu widerrufen und wurde daraufhin geächtet. Damit bewies er jene Haltung, die „Das unerschrockene Wort“ ehrt.
Die Lutherstadt Eisleben ist seit Anfang an im Bund der Lutherstädte vertreten. Außerdem gehö-ren dem Bund an: Augsburg, Coburg, Eisenach, Erfurt, Halle (Saale), Heidelberg, Magdeburg, Marburg, Nordhausen, Schmalkalden, Speyer, Torgau, Wittenberg, Worms und Zeitz an.


Mutige Menschen unterstützen
Vorschläge für die Preisvergabe können alle Bürger*innen der stiftenden Lutherstädte einreichen. Es können bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten aus dem In- und Ausland vorgeschla-gen werden, die Zivilcourage bewiesen haben. Jede Stadt nominiert aus ihren jeweiligen Vor-schlägen eine Person als Kandidat*in für die gemeinsame Jurysitzung. Die Jury, bestehend aus den Vertreter*innen der 16 Städte, entscheidet, wer „Das unerschrockene Wort“ erhält.
„Diese Juryentscheidungen zeigen, wie aktuell unser Preis der Lutherstädte ist“, betont Oberbürgermeister Dr. Thomas Spies. „Und es zeigt auch, dass es unter noch so schwierigen Bedingungen immer Menschen gibt, die mutig und unerschrocken aufstehen und ihre Stimme gegen Missstände, Unterdrückung und Ungerechtigkeit erheben. Sie wollen wir unterstützen.“
! Ich würde mich sehr freuen, wenn wir dank Ihres Engagements eine interessante Empfehlung der Stadt einbringen können und damit einen Beitrag zur Sicherung der umfassenden Meinungsfreiheit leisten.!

Bisherige Preisträger*innen
„Das unerschrockene Wort“ wurde 2025 in Augsburg an zwei Preisträger vergeben, die sich durch ihr Engagement gegen Rechtsextremismus auszeichnen: an Heinz J. Ostermann, Buchhändler im Berliner Stadtteil Neukölln, und Prof. Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Weimar.

Im April 2013 hatte die Lutherstadt Eisleben die feierliche Verleihung für das 9. „Unerschrockene Wort“ ausgerichtet. Der Preis wurde mit einem großen Festakt in der St. Petri-Pauli Kirche / Zentrum Taufe an die Regensburger Initiative um den Barkeeper Michael Sauer mit „Keine Bedienung für Nazis“ vergeben.


Weitere Ausgezeichnete sind unter anderem die Theologen Prof. Dr. Richard Schröder und zwei Jahre später an Prof. Dr. Hans Küng,
Uta Leichsenring, Polizeipräsidentin von Eberswalde,
Gertraud Knoll österreichische Pastorin und Politikerin,
der Liedermacher Stephan Krasczyk,
die türkischstämmige Muslimin Emel Abidin-Algan,
die Journalistin und Politologin Anna Röpke,
der frühere Chefredakteur der 2022 verbotenen russischen Zeitung „Nowaja Gaseta“, Dimitrij Muratow mit seiner Redaktion,
die Regensburger Initiative „Keine Bedienung für Nazis“,
der syrische Rechtsanwalt, Journalist und Menschenrechtler Mazen Darwish,
die Ehepaare Horst und Birgit Lohmeyer aus Jamel (Mecklenburg-Vorpommern) sowie Markus und Susanna Nierth aus Tröglitz (Sachsen-Anhalt),
die Rechtsanwältin, Autorin und Frauenrechtlerin Seyran Ateş,
die weißrussischen Bürgerrechtlerinnen Weronika Zepkalo, Swetlana Tichanowskaja und Maria Kolesnikowa,
die afghanische Frauenrechtlerin Zarifa Ghafari und
Heinz J. Ostermann, Buchhändler im Berliner Stadtteil Neukölln, und Prof. Jens-Christian Wagner, Direktor der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora in Weimar.