Stempel der Harzer Wandernadel im Hüttengrund

Harzer Wandernadel GmbH weiht neue Stempelstelle ein - Natur- und Geschichtslehrpfad in Helfta nimmt Gestalt an
Mit der Aufstellung eines Wanderstempelkastens im Hüttengrund erhält ein weiteres Vorhaben des Heimatvereins Helfta e.V. sichtbare Gestalt. Gemeinsam mit zahlreichen Unterstützern arbei-tet der Verein an der Entwicklung eines Natur- und Geschichtslehrpfades im Hüttengrund und Junkersholz, der künftig die Geschichte des Kupferbergbaus, der Kupferverhüttung sowie der mit-telalterlichen Königspfalz Helfta miteinander verbinden soll.
Unterstützt wurde der Heimatverein durch die Volksbank Halle, die eine Crowdfunding-Aktion begleitete. Dank des erfolgreichen Projekts können nun Hinweistafeln, Orientierungsschilder, Sitzbänke sowie überdachte Rastplätze entlang des Pfades errichtet werden. Darüber hinaus sollen künftig auch Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung geschaffen werden.
Die bereits vorhandenen Wanderwege wurden entsprechend hergerichtet. Entlang der Strecke und in den Wäldern oberhalb des Hüttengrundes finden sich zahlreiche Zeugnisse des Kupferbergbaus und der Kupferverhüttung aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Pingen, Schlackehalden und ehemali-ge Schmelzplätze erinnern an die große wirtschaftliche Bedeutung der Region in vorindustrieller Zeit.
Zur Einweihung am 11. Juni 2026 waren zahlreiche Mitglieder des Heimatvereins, Vertreter der Harzer Wandernadel sowie eine Vertreterin der Volksbank Halle in den Hüttengrund gekommen.
Unmittelbar hinter dem Bahntunnel, nur wenige Gehminuten vom Ortskern entfernt, gaben Astrid Ulrich von der Volksbank Halle und der Vorsitzende des Heimatvereins Helfta e.V., Michael Ul-rich, eine Übersichtstafel frei. Diese informiert über die Wanderwege sowie über die Ortschaft Helfta, den Hüttengrund und das Projekt der Arbeitsgruppe „Hüttengrund“ des Heimatvereins.
„Ich freue mich besonders über dieses Projekt. Es bietet insbesondere Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, in der Natur unterwegs zu sein, Zeit miteinander zu verbringen und gleichzeitig Heimatgeschichte kennenzulernen“, betonte Bürgermeister Carsten Staub bei der Eröffnung.
Auch der Geschäftsführer der Harzer Wandernadel GmbH, Klaus Dumeier, zeigte sich beeindruckt vom Engagement des Heimatvereins und seiner zahlreichen Helferinnen und Helfer. Mit großem Beifall wurden seine Worte aufgenommen.
„Wir haben uns entschieden, dass die heute eingeweihte Stempelstelle dauerhaft im Hüttengrund verbleiben wird. In den kommenden Wochen wird das bisherige Stempelgummi ausgetauscht“, erklärte Klaus Dumeier.
Auch der Vorsitzende des Heimatvereins zeigte sich stolz auf das in den vergangenen Wochen Erreichte.
„Wir haben uns bereits Gedanken über die nächsten Schritte gemacht. Neben den bereits aufge-stellten Bänken werden weitere überdachte Sitzmöglichkeiten entstehen. Die vorhandene Streu-obstwiese soll reaktiviert werden, zudem ist die Einrichtung eines Trimm-dich-Pfades geplant. Darüber hinaus werden wir die Wanderwege pflegen und weiter ausbauen. Ich denke, dass hier etwas Nachhaltiges entstanden ist, das auch künftig viele Eisleberinnen und Eisleber in den Hüt-tengrund locken wird. Dank der Harzer Wandernadel freuen wir uns zudem darauf, dass dieses schöne Fleckchen Natur von zahlreichen Wanderinnen und Wanderern besucht wird“, so Michael Ulrich.
Intensiv in die Vorbereitungen eingebunden war Jan Röthling, Mitglied des Heimatvereins und Mitarbeiter des Eigenbetriebes Betriebshofes der Lutherstadt Eisleben. Hinter vorgehaltener Hand wird sogar gemunkelt, dass die Idee für die Stempelstelle ursprünglich von ihm stammte.
„Wir sind stolz, dass wir einen solchen Stempel erhalten haben. Besonders freue ich mich darüber, dass die Stempelstelle im Hüttengrund nun dauerhaft bestehen bleibt. Damit ist Helfta Teil der Harzer Wandergemeinschaft“, erklärte Jan Röthling.
Neben dem Heimatverein ist ein Serviceteam der Harzer Wandernadel ständig im Einsatz.
„Wir kümmern uns um die Stempelpunkte, ersetzen verlorengegangene Stempelkissen oder kom-plette Stempel, schneiden Wege frei und sind Ansprechpartner für Schäden, die uns gemeldet werden. In jedem Kasten befindet sich eine Telefonnummer. Zusätzlich gibt es zahlreiche Wan-derfreunde, die durch unser Serviceteam informiert werden und kleinere Schäden kurzfristig be-heben können“, erläuterte Janine Moess vom technischen Serviceteam.
Unter den Gästen befanden sich auch zwei besonders engagierte Wanderfreunde: Veronika und Ingo Zeidler. Das Ehepaar ist seit vielen Jahren auf den Wegen der Harzer Wandernadel unterwegs und gehörte zu den ersten Wanderfreunden, die den neuen Stempel „Hüttengrund“ in ihr Sonder-heft eintrugen. Darüber hinaus unterstützen beide das Projekt und stehen dem Serviceteam der Harzer Wandernadel als Ansprechpartner zur Verfügung.
Jährlich werden rund 180.000 Wanderpässe sowie zahlreiche Themen- und Sonderhefte ausgege-ben. Die offizielle Saisoneröffnung fand in diesem Jahr am 26. April rund um die Plessenburg statt. Für die Harzer Wandernadel GmbH war dies ein ganz besonderes Jahr, denn sie feiert 2026 ihr 20-jähriges Bestehen.
Blick in die Zukunft
Lange Zeit lag die Geschichte der Königspfalz Helfta im Verborgenen. Nun steht fest, dass auf der „Kleinen Klaus“ in den kommenden Jahren die Rekonstruktion der Königspfalz Helfta beginnen wird. Das landesbedeutsame Kulturgut soll sich zu einer touristischen Erlebnisdestination entwi-ckeln und die Ortschaft Helfta sowie die Lutherstadt Eisleben stärker in den Fokus nationaler und internationaler Besucher rücken.
Ein weiterer Grund, stolz auf die Zugehörigkeit zur Harzer Wandergemeinschaft zu sein.