Martin Rinckart (1586 - 1649)

Martin Rinckart wurde am 23. April 1586 als Sohn eines Böttchers in Eilenburg geboren und wuchs in einer frommen Familie unter schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen auf. Im Jahr 1604 wurde er Mitglied des Leipziger Thomanerchors. Gleichzeitig studierte er Theologie und Philosophie an der Leipziger Universität.
1610 wurde er Kantor an der St.-Nikolai-Kirche in Eisleben und Lehrer an der dortigen Lateinschule. Ende 1613 war er Pfarrer in Erdeborn. Zum "Poeta Iaureatus", dem mit Lorbeer bekränzten Dichter, wurde er 1615 gekrönt. Im darauf folgenden Jahr erwarb er die Magisterwürde.
1617 ging Rinckart nach Eilenburg zurück. Mehr als drei Jahrzehnte sollte er hier als Seelsorger tätig sein.
Rinckart schrieb sieben Lutherdramen. "Hohe Bewunderung und Liebe für Luther, dessen Lehre, Leben und Wandel ihm vorbildlich geworden war", bildeten wohl den Hintergrund dafür. Nur drei der sieben Stücke sind erhalten, eines davon ist das Stück "Der Eislebische Ritter". Im Mittelpunkt des Dramas stehen die drei Brüder Peter (Papsttum), Johannes (Kalvinismus) und Martin (Luthertum), die die zerstrittenen Konfessionen verkörpern. Lessing diente dieses Drama in seinem Stück "Nathan der Weise" als Vorlage für seine berühmte "Ringparabel".
Nur ein Jahr nach den Friedensschlüssen von Münster und Osnabrück starb Martin Rinckart am 8. Dezember 1649 in seiner Heimatstadt Eilenburg, wo er in der St.-Nicolai-Kirche begraben wurde.