Cyriakus Spangenberg (1528 - 1604) Theologe, Chronist der Grafschaft Mansfeld, Lutherbiograf

Cyriakus Spangenberg wurde am 7. Juni 1528 in Nordhausen als Sohn des späteren ersten Generalsuperintendenten der Grafschaft Mansfeld Johann Spangenberg geboren.
Cyriakus Spangenberg studierte zunächst in Wittenberg Philosophie und Theologie und wurde dort begeisterter Lutheranhänger. 1547 Kehrte nach Eisleben zurück, erhielt eine Lehrstelle an der „fürnehmen Lateinschule“ und wurde 1550 Prediger an der Eisleber St. Andreaskirche. Zwei Jahre später beriefen ihn die Mansfelder Grafen als Prediger nach Mansfeld.
Als Folge der erbitterten Kämpfen des Erbsündestreites musste Cyriakus Spangenberg 1575 das Mansfelder Land verlassen und starb am 10. Februar 1604 in Straßburg.
Seine fruchtbarste Zeit verbrachte er in Mansfeld und wurde durch seine große theologische Ausstrahlungskraft als Stadt- und Schlossprediger der Mittelpunkt des geistigen und kulturellen Lebens in der Grafschaft Mansfeld. Sein Ansehen ermöglichte es ihm, mit zwei weiteren Mansfeldern Pfarrern 1565 in Antwerpen die Reformation einzuführen.
Über sein Leben und Werk berichtet 1712 Johann Georg Leuckfeld in der „Historia Spangenbergensis“ und 1877 veröffentlicht Heinrich Rembe ein Verzeichnis der Schriften Spangenbergs. Diese Liste beinhaltet 212 Schriften, darunter 8 historische Werke, darunter die „Mansfeldische Chronik“ von 1572.
Unter anderem veröffentlichte Spangenberg1568 ein Christlichs Gesangbüchlein und 1569/70 unter dem Titel Cythara Luther eine große Zahl von Liedpredigten.
Cyriacus Spangenberg ist auch der Textdichter der Strophen 2-5 des Kirchenliedes Wir wollen alle fröhlich sein und veröffentlichte erstmals die Melodie zum Lied Christe, du bist der helle Tag.
Aus seiner Feder stammen zahlreiche der moralisierenden "Teufelsbücher".
Mit seinen Predigten über Luther gehört Spangenberg neben Philipp Melanchthon und Johann Mathesius zu den frühen Lutherbiografen.