Carl Rühlemann (1864 - 1947) Lehrer, Heimatforscher, Ratsarchivar, Museumsleiter

Carl Rühlemann wurde am 31. März 1864 in Gatterstedt geboren Nach Abschluss der Volksschule besuchte er zunächst die Präperandenanstalt von 1879 – 1882 und anschließend bis 1885 das Eisleber Lehrerseminar und wurde Lehrer an der I. Bürgerschule in Eisleben.
1916 wurde er Konrektor und blieb es bis zu seiner Pensionierung 1924. 1894 war Rühlemann Mitglied im Verein für Geschichte u. Altertümer der Grafschaft Mansfeld geworden und arbeitete eng mit dem langjährigen Vorsitzenden des Vereins, Prof. Hermann Größler, (1840-1910) zusammen.
So gelang es Carl Rühlemann, die vergeblichen Bemühungen Größlers für ein eigenes Museum des Geschichts- und Altertumsvereines der Grafschaft Mansfeld zu verwirklichen.
Trotz zahlreicher Versuche, war es Hermann Größler nicht gelungen, eine geeignete Unterkunft für die Sammlungen des Vereins zu finden. Erst nach dem Umzug der Mädchenvolksschule wurde das alte Schulgebäude, gelegen im Hofe von Luthers Sterbehaus, frei. Ab 1912 ordnete Carl Rühlemann in mühevoller Kleinarbeit die Bestände des Altertumsvereines zu einer musealen Sammlung.
Der Festakt zur feierlichen Eröffnung des Museums das „Museum für Geschichte und Alterthumskunde“ erfolgt am 1. Mai 1913 im Sitzungssaal des Rathauses.
Bis zu seinem Tod am 28. August 1947 war Carl Rühlemann immer bemüht, die Museumsbestände zu erweitern und ihre Fundgeschichte der Öffentlichkeit vorzustellen.
Die Sammlungen dieses Museums bildeten auch den Grundstock für die Ausstellung „Von daher bin ich. Martin Luther und Eisleben“ in Luthers Geburtshaus, das zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Anlässlich des 400. Reformationsjubiläums 1917 gestaltete das Geburtshaus des Reformators neu und konnte zur Eröffnung am 10. November 1917 seine Schrift „Luthers Geburtshaus bis zum Reformationsjubiläum vorlegen.
Durch seine Tätigkeit als Ratsarchivar war es ihm schließlich möglich, wichtige Geschichtsquellen für die Öffentlichkeit erschließen. Insbesondere beschäftigte er sich intensiv mit der Geschichte des Mansfelder Grafenhauses, der Eisleber Stadtgeschichte, aber auch mit anderen berühmten Persönlichkeiten seiner Mansfelder Heimat.
Seine letzten Bemühungen galten der Veröffentlichung der Handschriftlichen Chronik des Chronisten und Weißbäckers der Neustadt Eisleben, Steffen Neuwirth. Leider ging dieser Wunsch, nicht in Erfüllung.

Im Jahr 1920 übernahm Carl Rühlemann den Vorsitzend des Geschichts- und Altertumsvereins von Prof. Leers und führte besonders in dieser Tätigkeit die Arbeit Prof. Größlers, die Herausgabe der Mansfelder Blätter, bis 1944 weiter.

Für seine Verdienste erhielt der Heimatforscher zu seinem 80. Geburtstag (31. 3. 1944) das Eisleber Ehrenbürgerrecht, außerdem wurde der frühere Mittelschulplatz ihm zu Ehren in Carl-Rühlemann-Platz umbenannt.
Der unermüdliche Biograf der Eisleber Persönlichkeiten Helmut Lohmeier würdigt 1993 das Schaffen Carl Rühlemanns: „Nach Hermann Größler war Carl Rühlemann der beste Kenner der mansfeldischen Geschichte, der beste Pfleger der Eisleber Akten und Archivschätze, der Eisleber Sammlungen und der beste Berater auf dem Gebiet der Mansfelder Vergangenheit.“