Ein Baum, viele Hände und ein bisschen Zittern
Es war bereits der 15. „Baum des Jahres“, der auf dem Federmarkt in Helfta sein neues Zuhause fand – und wie in jedem Jahr war die Pflanzaktion alles andere als eine trockene Angelegenheit.
Seit 2012 kommen hier regelmäßig die Kinder des Montessori-Kinderhauses St. Marien zusammen, um gemeinsam einen Baum zu pflanzen. In diesem Jahr bekamen sie tatkräftige Unterstützung von den kleinen Helferinnen und Helfern der Kindertagesstätte „Zwergenstübchen“. Und gemeinsam lässt sich bekanntlich selbst die größte Pflanzgrube bezwingen.
Apropos Pflanzgrube: Die hatte der Eigenbetrieb Betriebshof der Lutherstadt Eisleben bereits mit viel Erfahrung vorbereitet. Auch der Baum selbst wurde im Vorfeld sorgfältig ausgewählt – schließlich pflanzt man nicht jeden Tag einen Baum mit Titel.
Begrüßt wurden die jungen Gärtnerinnen und Gärtner vom Bürgermeister Carsten Staub sowie von Jan Röthling vom Betriebshof. Doch bevor Spaten und Gießkannen zum Einsatz kamen, gab es noch eine kleine, durchaus spannende Lehrstunde.
Denn der „Baum des Jahres 2026“ ist die Zitterpappel – und die wirft Fragen auf. Warum „zittert“ ein Baum eigentlich?
Die Antwort lieferte Jan Röthling anschaulich. Die Zitterpappel besitzt kleine, runde Blätter mit vergleichsweise langen, flachen Stielen. Schon bei dem kleinsten Lufthauch geraten sie in Bewegung – und aus der Ferne sieht es tatsächlich so aus, als würde der ganze Baum zittern.
Auch ein bekanntes Sprichwort durfte dabei nicht fehlen. „Du zitterst ja wie Espenlaub!“ Und ja – das hat tatsächlich mit der Zitterpappel zu tun. „Espe“ ist nämlich ein anderer Name für genau diesen Baum. Oder, wie man es vor Ort treffend zusammenfasste: Die Espe ist der zittrige Baum.
Spätestens jetzt war klar, was zu tun ist. „Dann pflanzen wir jetzt eine Zitterpappel!“ schallte es aus vielen Kinderkehlen – und damit war der praktische Teil offiziell eröffnet.
Mit Spaten, Erde und jeder Menge Elan ging es ans Werk. Ganz nach dem Motto „Viele Hände, schnelles Ende“ war die Pflanzgrube schon nach kurzer Zeit gefüllt und unzählige Gießkannen geleert.
Damit künftig auch jeder Spaziergänger weiß, mit wem er es auf dem Federmarkt zu tun hat, erhielt der Baum – wie alle seiner Vorgänger – ein Namensschild. Dieses wurde gemeinsam vom Bürgermeister und dem Betriebsleiter des Eigenbetriebes Betriebshof, René Koschei, angeschraubt.
Und weil so ein besonderer Anlass auch einen würdigen Abschluss verdient, verabschiedeten sich die Kinder nicht einfach still und leise. Stattdessen gab es noch ein kleines Ständchen am frisch gepflanzten Baum – in diesem Jahr, „Das Lied vom Floh“.
Ob die Zitterpappel dabei ein wenig mitgewippt hat? Ganz ausgeschlossen ist es jedenfalls nicht.