Eisleber Blutsonntag 2026

Gedenken an die Opfer des Eisleber Blutsonntags
Eisleben, am 15.02.2026

Alljährlich gedenken Bürgerinnen und Bürger der Lutherstadt Eisleben und des Mansfelder Landes in einer feierlichen Veranstaltung der Opfer des „Eisleber Blutsonntags“ vom 12. Februar 1933. An diesem Tag wurden Hans Seidel, Otto Helm und Walter Schneider von SS- und SA-Männern in der Turnhalle der Zeißingstraße, in der zu diesem Zeitpunkt eine Sportveranstaltung stattfand, brutal erschlagen. Die Tat steht exemplarisch für die frühe Welle politischer Gewalt in der Zeit der nationalsozialistischen Machtübernahme, in der Einschüchterung, Verfolgung und Mord gezielt eingesetzt wurden, um Andersdenkende zum Schweigen zu bringen.
In diesem Jahr hatte der Kreisverband DIE LINKE Mansfeld-Südharz zur Gedenkveranstaltung aufgerufen. In den frühen Morgenstunden ergriffen der Bürgermeister der Lutherstadt Eisleben, Carsten Staub, sowie der Landtagsabgeordnete Stefan Gebhardt das Wort. Beide erinnerten daran, dass Erinnerung nicht nur Rückschau ist, sondern auch Verantwortung für Gegenwart und Zukunft bedeutet.
Die Redner zogen Parallelen bis in die heutige Zeit. Wir erleben erneut gesellschaftliche Strömungen, in denen Kräfte erstarken, die Demokratie nicht nur kritisieren, sondern ihre zukünftige Existenz offen infrage stellen. Oft getragen von Hass und der Entmenschlichung des politischen Gegners. Zwar haben sich die Formen verändert, doch die Muster erscheinen vertraut. Noch immer gibt es Opfer rechtsextremer Gewalt und extremistischer Gesinnung.
Gerade in einer Zeit, in der Krieg, Gewalt, Menschenverachtung und Hass beinahe alltäglich erscheinen, ist es wichtig, zurückzuschauen. Geschichte mahnt uns, dass Wegsehen, Verharmlosen und Beschwichtigen keine Lösungen sind. Erinnerung bedeutet auch, wachsam zu bleiben und Verantwortung zu übernehmen.
Wir leben in einer Zeit, in der an unseren Werten gezogen wird, deren Ausmaß wir oft nur erahnen können. Umso mehr lohnt es sich, für ein soziales Miteinander einzustehen, Respekt zu zeigen und den Dialog zu suchen. Demokratie lebt vom Engagement ihrer Bürgerinnen und Bürger – vom Mut, Haltung zu zeigen, Vorurteile abzubauen und Hoffnung zu geben.
Sorgen wir gemeinsam dafür, dass unsere demokratischen Grundwerte verteidigt und gelebt werden. Wagen wir mehr Miteinander, hören wir einander zu und gestalten wir die Zukunft mit Zuversicht. Denn aus Lüge und Gewalt kann niemals etwas Gutes entstehen – aus Erinnerung, Menschlichkeit und Solidarität jedoch sehr wohl.