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Auftaktveranstaltung Reformationsjubiläum

Ein Theaterstück über Martin Luther und Johann Tetzel von Dirk Heidicke  / Kammerspiele Magdeburg /
04.02.2017/ 18:30 Uhr / Große Bühne / Theater Eisleben - Kulturwerk Mansfeld-Südharz gGmbH / Landwehr 5
Die Lebensgeschichten Johannes Tetzels und Martin Luthers erzählen mit der Geschichte der Reformation zugleich die Geschichte eines Epochenwechsels, der prägend für das gesamte Abendland war: den des Überganges vom Mittelalter zur Neuzeit. Ein sehr vergleichbarer Epochenwechsel findet auch in unserer Zeit statt.
Luther und Tetzel sind einander nie begegnet, ihr Streit fand in den Herzen und Hirnen der Menschen statt. Das Sinnfälligmachen dieses Vorgangs in der Lebenswirklichkeit der Protagonisten ist der Inhalt des Stückes – und verleiht diesem Aktualität: denn der Streit zwischen Tetzel und Luther findet seine Fortsetzung in uns selbst. All seine Thesen und Antithesen zerren bis heute an uns. Dieser Streit muss in jeder Generation neu ausgetragen werden und auch die heutige Jugend muss auf die Fragen, die er stellt, eine Antwort geben. Denn stellt man Luther und Tetzel einander aus heutiger Sicht gegenüber, ist davon auszugehen, dass Tetzel in unserer Mediengesellschaft die wesentlich bessere Figur machen würde. Der Ablass, den er zu bieten hatte, ist auch noch heute ein Verkaufsschlager. Er ist der freundliche Verkäufer, der uns Dinge verkauft, die wir uns nicht leisten können; der nette Versicherungsvertreter, der uns Sicherheiten verkauft, die es nicht gibt; der alerte Moderator, der uns unser schlechtes Gewissen bei einer Spenden- Gala für 50 Euro in ein gutes Gewissen umtauscht. Wir vertrauen ihm und brauchen ihn. Aber wäre ein Luther uns heute angenehm? Und wo hätte er seinen Platz? Welche Partei käme mit einer so rigorosen und zugleich brüchigen Persönlichkeit zurecht? Mit einem Mann, der uns durch sein Beispiel auf uns selbst und unser Gewissen zurückwirft, der unser Leben und die Welt gnadenlos an seinem hohen moralischen Anspruch misst?
Würden wir so einen wählen? Oder würden wir Tetzel wählen, weil er uns Versprechungen macht, von denen wir zwar insgeheim wissen, dass er sie nicht wird halten können, aber der Verantwortung übernimmt - und uns unsere eigene Verantwortung abnimmt?

Autor: Dirk Heidicke
Darsteller: Oliver Breite, Michael Günther

Im Porträt:
Schauspieler Oliver Breite

Oliver Breite stammt aus Berlin und studierte von Seine Karriere als Schauspieler begann er mit einem Erstengagement am Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin. Es folgten weitere am Staatstheater Cottbus, am Deutschen Theater Berlin und am Nationaltheater Mannheim sowie Gastverträge an den Theatern in Bonn, Magdeburg und Wiesbaden. 1999 gab er in Andreas Dresens mehrfach ausgezeichnetem Episodenfilm »Nachtgestalten« sein Kinodebüt. Seitdem ist Oliver Breite neben seinen Theaterengagements regelmäßig in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. Einem breiten Publikum wurde er durch seine Rollen in der Krimi-Serie »K3 – Kripo Hamburg« und der ARD-Reihe »Alles was recht ist« bekannt. Außerdem wirkt er regelmäßig in Krimi-Reihen wie »Tatort«, »Polizeiruf 110« und »Soko« mit und spielte in zahlreichen TV-Produktionen wie »Flemming«, »Wilsberg« oder »Bella Block« und Fernsehfilmen mit, darunter u.a. Martin Enlens »Der weiße Afrikaner«, Matthias Tiefenbachers »Stille Post« sowie die Romanverfilmung »Masserberg« von Martin Enlen. Mit dem Regisseur Jens-Daniel Herzog arbeitete Oliver Breite bereits während seines Engagements am Nationaltheater Mannheim zusammen.

Diese Uraufführung ist Teil des einmaligen Reformationsabonnements, welches das Kulturwerk MSH ausschließlich im Jahr des Reformationsjubiläums 2017 anbietet.
Das ABO R ist für 59,- Euro erhältlich und bietet Ihnen den ermäßigten Besuch von fünf anspruchsvollen und einmaligen Vorstellungen, darunter eigene Inszenierungen des Schauspieles des Theaters in der Lutherstadt, aber auch erstklassige Gastspiele der Bühnen Kammerspiele Magdeburg und Landesbühnen Sachsen.