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Wo Luther fror....

Die kalte Stelle bei Unterrißdorf
An einem stillen Rand der Lutherstadt Eisleben und ihrem Weltkulturerbe findet man in der Flur von Unterrißdorf - laut Martin Luther „hart vor Eisleben“, eine Stelle, die als „Kalte Stelle“ bekannt ist. Martin Luther erwähnt diesen Ort in letzten Briefen an seine Frau Käthe.
Denn „Rissdorf hart vor Eisleben“ hinterließ ihm einen nachhaltigen Eindruck am 28. Januar 1546. Das Schicksal wollte es so, dass Luther hier ein letztes Mal von Wittenberg nach Eisleben unterwegs war. Er bekam es hier besonders hart zu spüren, was man bis heute wandernd oder auf Zweirädern hin und wieder deutlich wahrnehmen kann: Gleich neben diesem „Brachbornsberg“ folgt ein kalter Korridor, der sich von hier südlich am Dorf entlang bis in die Lutherstadt erstreckt. Mancher wird von ihm überrascht, ähnlich wie Luther damals: "Plötzliche auffällige Kälte und dazu winterlicher Ostwind!" Das erlebte er so heftig, als ob es ihm „das Hirn zu Eis machen wollte“. Er berichtet das am 1. Februar 1546 seiner Frau, die sich in Wittenberg Sorgen um ihn machte. Bald darauf erwähnt er dieses eindrückliche Erlebnis sogar ein zweites Mal! Am 7. Februar teilt er ihr mit: Hier vor Unterrißdorf war es, „do ich kranck ward ym einfaren“. Zum 450. Jubiläum seines Todestages entstand hier eine bescheidene Erinnerung an damalige Weinhänge und an die letzte Reise Dr. Martin Luthers.
Der Hang nebenan mit seinen Stufen gibt Gelegenheit zum Hinaufsteigen und wohltuendem Weitblick bis hinüber zur Lutherstadt Eisleben.
Jährlich am 28. Januar gedenkt man hier um 17:00 Uhr für ein paar Minuten an "Luthers kalter Stelle" seiner letzten Reise nach Eisleben im Jahr 1546 (warm angezogen, falls auch ein plötzlicher kalter Wind "das Hirn zu Eis machen wollte" ...)