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Luthers Judenbild - Ausstellung

"Luthers Juden-Bild ... und sein langer Schatten im mitteldeutschen Raum"

Diese Wanderausstellung wurde aus dem Förderverein der Eisleber Synagoge heraus angeregt und am 8. Mai 2016 im Eisleber Rathaus feierlich eröffnet.
Seit Beginn unterstützte Oberbürgermeisterin Jutta Fischer diese Idee und half bei der Partnersuche, denn es ging nicht nur um Inhalte, sondern auch um finanzielle Unterstützung, die maßgeblich seitens der Standortmarketing MSH geleistet wurde.
Die inhaltliche Bearbeitung des Themas, z.T. verbunden mit neuen Erkenntnissen, lag in den Händen der aus Eisleben stammenden Historikerin Dr. Monika Gibas und der ehemaligen Studentin Ulrike Krauße. Beide haben sich in den letzten Jahren verstärkt mit dem jüdischen Leben in Sachsen-Anhalt befasst und zuvor eine Ausstellung über jüdische Frontsoldaten, 2015 in Magdeburg präsentiert.
Dabei ist in der im Eisleber Rathaus bis 19.5. 2016 präsentierten Ausstellung ein besonderer Fokus auf historische Bezüge zur Stadt und dem Mansfelder Land gerichtet.
Dies widerspiegelte sich auch in der Gestaltung der Ausstellungstafeln der Leipziger Grafikerin Ute Holstein.
Die Ausstellung beleuchtet, bezogen auf seine Schriften in den letzten Lebensjahren, sein Verhältnis zu den Mitmenschen jüdischen Glaubens in religiöser sowie Gruppen bezogener menschlicher Hinsicht.
Breiten Raum nimmt die Frage nach "Gebrauch / Missbrauch“ seiner Aussagen in damaliger Zeit und bis hin zum Machtantritt Adolf Hitlers ein.
Ergänzt werden die Darstellungen zur jüdischen Geschichte Eislebens und ein Ausblick auf die noch bevorstehenden Arbeiten zum Erhalt der Eisleber Synagoge.
Die Eisleber Oberbürgermeisterin erinnerte in ihrer Begrüßung u.a. an aktuelle Bezüge zur weltweiten Situation, wie ggf. mit allem "Fremden" umgegangen wird. Toleranz und gegenseitige Achtung sind wichtige Bausteine, die zum Erhalt eines friedlichen Miteinander führen.
Der Vorsitzende des Fördervereins der Eisleber Synagoge, Rüdiger Seidel, fasste nochmals bisherige Ergebnisse der Vereinsarbeit zum Erhalt der Synagoge zusammen und sprach seine Hoffnung aus, dass es noch mehr gemeinsame Bemühungen zum Erhalt dieses Denkmals geben wird.
Den Einführungsvortrag zur Ausstellung hielt Frau Dr. Gibas, der es u.a. gut gelungen ist, den Zwiespalt in den Interpretationen der Lutherischen Worte deutlich zu machen und damit der Tatsache entsprach, dass es bis in die Gegenwart unterschiedlichste Deutungen von Theologen, Historikern etc. gibt.
Man ist sich darüber einig, dass das Beleuchten dieser Schaffensperiode des Reformators seine Verdienste nicht diskreditieren soll.
„Aber, wenn wir reaktionären und radikalen Kräften die Deutungshoheit überlassen, steht jeglichem Missbrauch weiterhin Tür und Tor auf“, so Frau Gibas.
Abschluss der Präsentation im Rathaus bildete am 19. 5. 2016 um 18:30 Uhr ein Vortrag zum Thema mit dem Bonner Theologen Prof. Dr. Andreas Pangritz.
            

Zu ergänzen ist noch, dass die weiterführenden Bildungsträger zum Besuch der Ausstellung eingeladen sind, die jedoch ab 22. Mai 2016 in der Synagoge aufgebaut ist.
Besucher melden sich bitte bei der Tourist-Information (Tel.: 03475 /602124) oder unter Tel.: 03474 /655140 an.

Geplant ist, dass im Winterhalbjahr die Ausstellung von anderen Interessenten (z. B Kommunen, Museen etc.) ausgeliehen werden kann.