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Neujahrsempfang der Oberbürgermeisterin

 
10. Neujahrsempfang der Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben
Am Abend des 25. Januar 2016 hatte die Oberbürgermeisterin zum Neujahrsempfang 2016 geladen.
Der Einladung folgten über 170 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichen Leben.
An dieser Stelle fand schon einmal ein Neujahrsempfang statt, der gemeinsame von Landkreis und Stadt im Jahr 2007.
In den folgenden Jahren wurde das Rathaus und einmal das Feuerwehrdepot zum Austragungsort. Die steigende Teilnehmerzahl und die begrenzten Sitzkapazitäten im Rathaus waren der Anlass, nun das Theater wieder in den Fokus zu rücken.
Bereits nach 10 Minuten konnte man die Richtigkeit dieser Entscheidung in den Gesichtern der Gäste lesen.

Der Abend begann mit dem Lied von Katja Ebstein „Theater-Theater….“, das die beiden Schauspielerinen Michaela Dazian und Almut Liedke vortrugen.
Es sollte keine eintönige Ansprache werden, aus diesem Grund begleitete, entsprechend dem Hause angepasst, viel Kultur diese Rede. Der Hausherr Ulrich Fischer wünschte allen viel Glück …. und besonders viel Zeit. In dieser Zeit könnte man die vielen Glücksmomente wahrnehmen. Er verlas das Gedicht von Kurt Tucholsky „Das Ideal“, in dem der Dichter zahlreiche Wünsche zusammenfasst und mit den Worten: „Daß einer alles hat: das ist selten“, endet.
Danach traten die Geschwister Sophie und Clemens Porsche mit einfühlsamer, temperamentvoll-fröhlicher Musik auf.
In den weiteren kleinen Pausen konnte man noch Henriette Kotzur und Antonia Jacob lauschen. Die vier jungen Künstler wurden mit Stolz von der Leiterin der Kreismusikschule „Carl Christian Agthe“, Peggy Bitterolf, liebevoll vorgestellt. Dabei heimsten die jungen, mit Professionalität und großer Spielfreude selbstbewusst auftretenden Künstler viel Applaus und Bewunderung ein.

Im ersten Teil der Rede ging die OB besonders auf die Wirtschaft und Handwerker ein. Sie sind es, die das Rückgrat, die Stütze der Stadt sind.
Mit eindrucksvollen Worten beschrieb die Oberbürgermeisterin das zurückliegende Jahr und begann mit der Aufzählung von Firmen, die zurückliegend ihre Produktionsstätten erweitert bzw. schon über 20 Jahre hier am Standort Lutherstadt Eisleben verlässlich Arbeitsplätze anbieten. Dabei betonte sie besonders, dass es nicht auf die Zahl der Arbeitsplätze ankommt: „Jeder Arbeitsplatz ist mir wichtig“, so die OB.
Aber nicht nur die langjährigen Firmen, auch die jüngeren Firmen rückte Frau Fischer in den Fokus. „Jeder Betrieb ist mir wichtig und meine Tür im Rathaus steht für jeden offen“, so Fischer.
Ein weiterer Themenkomplex war die ehrenamtliche Tätigkeit in der Lutherstadt Eisleben. Jedes Jahr zum "Tag des Ehrenamtes" lädt sich Frau Fischer Bürgerinnen und Bürger ins Rathaus ein und bedankt sich persönlich bei ihnen. Zahlreiche Personen engagieren sich in Vereinen und Verbänden und prägen so das das öffentliche Leben mit. Man merkte es ihr an, dass ihr natürlich auch das Engagement der Feuerwehrleute sehr am Herzen liegt. In den Freiwilligen Feuerwehren, die in der Lutherstadt Eisleben unter dem Dach einer Stadtfeuerwehr zusammengefasst sind, befinden sich 12 Ortsfeuerwehren mit insgesamt 369 aktiven Einsatzkräften, davon 90 weibliche Kameradinnen. Mit Stolz erwähnte sie die Zahl der 99 Mitglieder in den Jugendwehren und 71 Mitgliedern in den Kinderfeuerwehren. Immerhin mussten im Jahr 2015 über 500 Einsätze gefahren werden. Ihr Dank ging an Einsatzkräfte und die Ehepartner.
Wenn Leib und Leben gefährdet sind, dann muss geholfen werden, und abgerechnet wird hinterher. Das musste die Lutherstadt auch schmerzlich erfahren. Beim Unwetter im Juli 2015 entstand für die Lutherstadt ein Schaden von ca. 800.000 Euro. Auch wenn sich nach dem Unwetter Minister aus Magdeburg vor Ort ein Bild vom Ausmaß machen, kam von dort keine finanzielle Hilfe, so musste die Stadt ihre Liquidität belasten.
In diesem Zusammenhang erwähnte Frau Fischer, dass der Schuldenstand im Investitionsbereich aktuell bei 6,8 Mill. Euro liegt. Im Jahr 2006 betrug die Summe 27,9 Mill. Euro.
Auch wies sie auf die Gemeindegebietsreform des Landes Sachsen-Anhalt hin, die von der Lutherstadt Eisleben umgesetzt wurde. Das fiel der Lutherstadt Eisleben nicht leicht, wurde aber erfolgreich abgeschlossen. In diesem Zusammenhang mussten erhebliche Schulden übernommen und Investitionsstaus beseitigt werden. Sie erinnerte daran und belegte es mit Beispielen und Zahlen, was sich alles in den einzelnen Ortschaften in den Jahren von 2006 – 2015 verändert hat.
Mit den Worten: „Wer in der Gemeinde sein will, der muss auch die Last, Gefahr und Schäden der Gemeinde tragen und Leiden helfen, obgleich er es nicht bewirkt hat, sondern sein Nachbar“, schloss Frau Fischer ab und wagte einen Ausblick in das Jahr 2016.
Dabei standen im Mittelpunkt die weitere Verbesserung der Infrastruktur, die Umsetzung des Kinderförderungsgesetzes sowie weitere Maßnahmen in den Kindertageseinrichtungen. Die finanzielle Unterstützung der Vereine und hier speziell der Sportvereine, aber auch die, welche sich im sozialen Bereich engagieren. Beibehalten werden soll die sehr gute Arbeit des Eigenbetriebes Betriebshof in Sachen Ordnung und Sicherheit im Stadtgebiet.
Weiter nannte sie das Projekt Bahnhof Eisleben der Bahnhofsgenossenschaft, die Sanierung des Lutherdenkmals, die Weiterführung der baulichen Projekte in der Innenstadt.
Nicht zu vergessen sind die in diesem Jahr anstehenden Höhepunkte, wie z.B. die Handwerkermesse Reforma mit der Frühlingswiese, der Eisleber Wiesenmarkt, das LutherstadtStadtfest, der Frühlingslauf, der Kreiskirchentag, die Eisleber Boxnacht, der Weihnachtsmarkt mit Advent in Luthers Höfen.
Bei all den Feierlichkeiten, die ohne Zweifel zu einer lebendigen Stadt dazugehören, vergas Frau Fischer auch nicht diejenigen, die derzeit keinen Job haben.
Diese Situation beschrieb Frau Fischer mit den Worten: “unzufrieden und stark verbesserungswürdig“. Sie selbst will aber weiterhin alle Hebel in Bewegung setzen, um hier in den nächsten Jahren eine Verbesserung zu erzielen. Es sind noch zu viele ohne Tätigkeit und es sind zu viele Stellen frei, die aufgrund fehlender Bewerber nicht besetzt werden können. „An dieser Schraube müssen wir unbedingt drehen“, so die OB.

Bevor Frau Fischer an den Finanzminister Sachsen-Anhalts übergab, erinnerte sie an die Situation der Flüchtlinge. Die Stadt wird alles tun, um hier in Konsens mit den Bürgerinnen und Bürgern dies zu meistern. Aber auch sie wird fast täglich mit den Problemen konfrontiert. Dabei formulierte sie Bitte und richtete diese in den Saal und gleichzeitig an die im Publikum sitzenden Vertreter des Landtages, Norbert Born, Stefan Gebhardt und Eduard Jantos.
„Ich bitte euch Landespolitiker: Vergesst die Stimme des Volkes nicht!"

Sachsen-Anhalts scheidender Finanzminister, Jens Bullerjahn, fand den Ort der Veranstaltung sehr passend und er erinnerte sich an den Juni 2013, als Schauspieler, Bürger und Politiker auf die Straße gingen und öffentlich ihren Unmut über die Sparpläne der Landesregierung zum Ausdruck brachten.
So wie die Sparpläne im kulturellen Vergleich verteidigte er auch den von ihn eingeleiteten Abbau von 15.000 Stellen in der Landesregierung.
„Das ist nicht gut. Aber notwendig. Denn sonst hätten wir heute schon keine anständigen Kindertagesstätten und Schulen mehr“, so Bullerjahn.
Am Ende der Veranstaltung wurde von allen Gästen das Steigerlied gesungen, ehe es dann offiziell zum gemütlichen Teil des Abends mit Imbiss und Gesprächen ging.