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Pflanzaktion der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald zur Wiederaufforstung von sturmgeschädigten Waldflächen

„Planst Du ein Jahr, so säe Korn. Planst Du ein Jahrtausend, so pflanze Bäume."

Am Dienstag, dem 24.11.2015 fand auf einem Teil der von Sturm geschädigten Waldflächen im Forstrevier Rothenschirmbach eine von der Fielmann AG unterstützte Pflanzaktion zur Wiederaufforstung von Windwurfflächen seinen Abschluss. Die Fielmann AG stiftete insgesamt 5.000 Douglasien, die im Beisein der Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz, Dr. Angelika Klein, dem Betriebsleiter des Landeszentrums Wald Sachsen-Anhalt, Dietmar Specht, dem Betriebsleiter Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, Bernd Dost, der Fielmann-Niederlassungsleiterin, Irene Hartinger-Nierlich und dem 1. Stellvertreter der Oberbürgermeisterin der Luth. Eisleben, Michael Richter gepflanzt wurden.
Unterstützt wurden die „Promis“ von den Kindern aus den „Waldfuchs-Kindertagesstätten“ der Ortschaften Gatterstädt und Ziegelroda. An diesem Tag wurden die letzten 150 Douglasien gepflanzt.
Bevor zum Spaten gegriffen wurde, erläuterte Holger Koth, Leiter vom Forstbetrieb Süd im Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt, wie es zu dieser Pflanzaktion gekommen ist. Bei dem lokalen Gewitter-Tornado Anfang Juli 2015 waren nicht nur innerhalb der betroffenen Ortschaften erhebliche Schäden aufgetreten, sondern auch die umliegenden Waldflächen wurden teilweise sehr stark verwüstet. Dabei fiel in wenigen Minuten so viel Schadholz an, wie das Revier Rothenschirmbach ansonsten im gesamten Jahr einschlägt. Da seien zehntausende Bäume und ein geschätzter Schaden von 15 - bis 20 000 Festmetern. Die Aufräumarbeiten sind äußerst aufwändig und gefährlich, sie werden sich noch bis in das kommende Jahr hineinziehen.
Sein Dank richtete sich an die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und an den Sponsor.
Die Landrätin betonte: "Es ist schon erstaunlich, welche Schäden zehn Minuten Sturm anrichten können. Aber wir müssen mit solchen Ereignissen leben."
Sie und der Stellvertreter der Oberbürgermeisterin, Michael Richter, dankten den Initiatoren und Unterstützern der Aktion. Herr Richter erinnerte in seinen Worten an die sehr gute Zusammenarbeit der Feuerwehren, dem Forst, zahlreichen Firmen und der Stadt bei der Bewältigung der Sturmschäden.

Der Klimawandel ist natürlich auch im Wald zu beobachten. Aus diesem Grund wird seit geraumer Zeit darüber nachgedacht, aus den monoton wirkenden Laubwäldern mit Neuanpflanzungen Mischwälder zu gestalten. Mischwälder können besser auf klimatische Veränderungen reagieren. Die Douglasie wird nun zwischen die noch bestehenden Nutzhölzer gepflanzt. Denn nun, da deren Stamm nicht mehr durch die beschädigten Bäume beschattet wird, drohen die sogenannten „schlafenden Augen“ aufzubrechen und Äste am Stamm zu bilden. Dadurch wird die Qualität des Nutzholzes gemindert. Die Douglasie wird nun durch ihr schnelles Wachstum diese Beschattung wieder gewährleisten. Weiterhin ist das Holz der Douglasie vielfältig verwendbar, es ist eine der in Deutschland als Bauholz für tragende Konstruktionen zugelassenen Holzarten. Das Holz der Douglasie ist im Kern besser imprägnierbar als Fichtenholz und wird als das beste Holz zum Bau von Dachstühlen angesehen.
Als Weihnachtsbaum wird auch die Douglasie wegen ihrer Haltbarkeit verwendet, wegen der zarten Zweige ist sie allerdings für allzu schweren Behang nicht geeignet.
Die Douglasie ist ein in Nordamerika heimisches und in Europa forstlich angebautes, man könnte sagen, fremdländisches Nadelgehölz. Dies bezog der Forstbetriebsleiter in seinen Worten zur Douglasie ein und vergleicht es mit den aktuellen gesellschaftlichen Herausforderungen. "Die Douglasie hat bei vielen den Ruf eines Ausländers, eines fremden Baums, der nicht in unsere Wälder gehört. Wir sind der Meinung, dass sie sehr gut hierher passt", so Koth.
Gleichzeitig rief er dazu auf, dass interessierte Bürger oder Vereine gern die Arbeit im Wald unterstützen können. „Wir unterstützen gern Arbeitseinsätze im Wald und sind für jede helfende Hand sehr dankbar“, mit diesen Worten schloss Herr Koth und es ging ans Pflanzen.