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8. Mai Tag der Befreiung

TAG DER BEFREIUNG, zentrale Veranstaltung des Landkreises Mansfeld-Südharz

Es war nicht eine Feier auf Friedhöfen oder an Gedenksteinen, zum 70. Jahrestag der Befreiung wählte der Landkreis Mansfeld-Südharz einen authentischen Ort, der vom Verein zur Aufarbeitung der NS-Gewaltherrschaft Neu-Mansfeld/Georgi Stück für Stück zur Gedenkstätte mit Ausstellung hergerichtet wird. Andreas Tautrim, der Vereinsvorsitzende begrüßte die zahlreichen Gäste in der Gedenkstätte und bedankte sich bei all denen, die diese Gedenkstätte zu dem gemacht haben, wie er sie den Gästen präsentieren konnte.
Die Begegnungsstätte Wansleben am See war von 1944 bis 1945 das „Außenlager Wansleben am See“ des KZ Buchenwald. Ein Teil der unterirdischen Abbaukammern der Kalischächte Georgie und Neu-Mansfeld wurde in dieser Zeit zur Produktion von Rüstungsgütern genutzt.

Auf dem Gelände haben bis zu 2 400 Häftlinge unter Tage für die Rüstungsindustrie gearbeitet.
Die Zwangsarbeiter unterschiedlicher Nationalitäten ( mind. 19 Länder) mussten unter unmenschlichen Bedingungen unter anderem Teile für Raketenwaffen V 1 und V 2 produzieren. Viele der Häftlinge starben an den Folgen der Kräfte zehrenden Arbeit beziehungsweise auf dem Todesmarsch, auf den sie in den letzten Kriegstagen geschickt wurden, bevor das Lager am 14. April 1945 von amerikanischen Truppen befreit wurde.
Landrätin Angelika Klein konnte mit großer Freude zu dieser Gedenkfeier Generalkonsul Scott R. Riedmann vom Generalkonsulat der Vereinigten Staaten von Amerika in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen begrüßen.
Generalkonsul Riedmann zollte den Schülern der Sekundarschule "Martin Luther" aus Mansfeld und des Eisleber Martin-Luther-Gymnasiums Respekt für ihre Projektarbeit “Ehemalige Häftlinge berichten“ zum KZ-Außenlager, in der sie Schicksale von Insassen und Menschen im Widerstand beleuchteten.
Die Tragödie des Zweiten Weltkrieges sei ohnegleichen, meinte er.
Die Landrätin betonte in ihrer Rede: "Der 8. Mai 1945 ist eine Zäsur in der Geschichte der Menschheit. Für uns Deutsche ist dieser Tag ein Tag des Gedenkens und Mahnens".
Die Schüler der Sekundarschule "Martin Luther" aus Mansfeld und des Eisleber Martin-Luther-Gymnasiums verlasen Schicksale von inhaftierten Häftlingen.
Aber auch der Lebenslauf eines der Täter wurde von den Schülern dokumentiert.
Gemeinsam mit dem Historiker Dr. Lauenroth hatten die Schüler beider Schulen in ihrer Freizeit an diesem Projekt gearbeitet.
Die Vertreter der Kommunalpolitik pflanzten symbolisch an diesem Tag fünf Bäume. Sie wurden von der Landrätin (Dr. Angelika Klein - Stieleiche) sowie von der Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben (Jutta Fischer – eine Platane), der Stadt Sangerhausen (Klaus Kotzor – eine Kaiserlinde), der Stadt Hettstedt (Danny Kavalier - Schwarzpappel) und der Seegebietsgemeinde Mansfelder Land (Jürgen Ludwig - Hängebirke) gestiftet und stammen aus den Herkunftsländern der Häftlinge des KZ-Außenlagers. Es war ein Akt, der mit der Hoffnung verknüpft war, dass die Bäume prächtig gedeihen und auch noch in mehr als 70 Jahren stehen, grünen und mahnen mögen.
Das Lager bestand unter anderem aus einer Maschinenhalle, einem Luftschutzbunker und dem Gebäude der Schachtröhre. Diese Bereiche sind erhalten.

In der Lutherstadt Eisleben lud die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschisten Mansfelder Land, am 10.5.2015, traditionell zur Gedenkfeier auf den sowjetischen Soldatenfriedhöfen am Bahnhofsring und im Carl-Eitz-Weg ein.
An der Gedenkveranstaltung nahm auch Dara Zubarewa von der Botschaft der Russischen Föderation in der Bundesrepublik Deutschland teil.
Weiterhin sprachen zu den zahlreichen Teilnehmern der Vorsitzende des Vereins, Gerd Kindling, und die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer.