Lutherweg Eisleben
Sonntag, den 31. August 2008
„Mit Luther gehen – von Eisleben in die Welt“
3. Spaziergang auf dem „Lutherweg Eisleben“ am 31. August 2008
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Copyright: www.photographiedepot.de (Fotos vom 2. Spaziergang 2007)
Zum dritten öffentlichen Spaziergang auf dem „Lutherweg Eisleben“ hatten die Lutherstadt Eisleben, die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und das IBA-Büro eingeladen. Damit konnten am 31. August rund 450 Interessierte weitere Stationen auf dem Lutherweg einweihen, neue Planungen und Ideen diskutieren und die Ergebnisse eines Gestaltungswettbewerbes ansehen. Aufgabenstellung war es, drei brachliegende Orte im Stadtkörper als Wegstationen thematisch zu gestalten und gleichzeitig aufzuwerten. Der Lutherweg und einige Gestaltungsideen waren der Öffentlichkeit bereits im September vergangenen Jahres in einem geführten Spaziergang vorgestellt worden.
Unter dem Motto „Mit Luther gehen – von Eisleben in die Welt“ verfolgt der Lutherweg einen doppelten Zweck. Zum einen sollen über den Weg die Adressen des Eisleber Welterbes – Luthers Geburts- und Sterbehaus - , miteinander verbunden werden und so sein Leben und Wirken anschaulich „erzählt“ werden. Zum anderen sollen brachliegende Stadträume wie leerstehende Häuser und Freiflächen durch gestalterische Interventionen wieder aktiviert werden. So werden zunächst neun Stationen entstehen sowohl an authentischen Wirkungsorten Luthers als auch an thematisch inszenierten Orten. Dabei werden insbesondere noch heute gesellschaftspolitisch relevante Themen aufgegriffen und im Stadtraum neu interpretiert – dies auch im Hinblick auf den 500. Jahrestag der Reformation im Jahr 2017. 
Ausgangspunkt des Lutherweges ist das im März 2007 eröffnete neue Luthergeburtshausensemble mit Besucherzentrum und Dauerausstellung (Lutherstraße/Ecke Seminarstraße). Im so genannten Eislebenhof können sich die Besucher zukünftig über die Route informieren. Zweite Station ist die Kirche St. Petri und Pauli, die wenn alles nach den Vorstellungen der Kirchen von statten geht, ein Ökumenisches Taufzentrum werden wird. Auf dem Spaziergang am 31. August erklangen hier nach ihrer Restaurierung seit langem wieder die drei Glocken dieser Kirche. Auf dem Kirchhof wurde durch den OB der Rosenstadt Sangerhausen Herrn Kupfernagel und die Bürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben Frau Fischer eine Lutherrose gepflanzt. Zuvor wurde am Eingang der Kirche eine weitere – bronzene Lutherrose – in das Pflaster eingesetzt. Als Dank für ihr Kommen und für die Rose überreichte Frau Fischer den Vertretern der Rosenstadt Sangerhausen auch eine bronzene Lutherrose. Die dritte Station ist der erste inszenierte Ort im Stadtraum mit dem Titel „Luther und die Schöpfung“. Hier wird auf dem Abrissgrundstück (Petrikirchplatz 7) ein „Schöpfungsgarten“ entstehen. Bereits in diesem Jahr begann die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mit den Bauarbeiten.
An der folgenden Station „Luther und die Festkultur (Lutherstraße 9) interpretieren Leuchtkästen an einem leerstehenden Haus eine alte Tradition in Eisleben zeitgenössisch: Zu besonderen Festtagen stellten die Eisleber im 19. Jahrhundert beleuchtete Bilder in ihre Fenster. Als Motive dienten damals u. a. Szenen aus Luthers Leben des Eisleber Malers Otto Warmholz.
Als erste Station in diesem Jahr wurde den Spaziergängern die Lutherstadtraße 6/7 mit dem Thema: Martin Luther und die deutsche Sprache als eine fertige Station vorgestellt. Titel dieser Station "Ohrenweiden - der flüsternde Garten". Aus sechs Hörrohren kann man jeweils 10.00, 12.00, 14.00, 16.00 und 18.00 Uhr Zitaten, Sprüchen und Liedern von Martin Luther lauschen. Diese Animation dauert jeweils 15 min. und wird auch in englischer Sparache wiedergegeben.
Die nächste Stadtion „Luther und die Medienrevolution“ (Glockenstraße 11) konnten den Spaziergängern als fertig präsentiert werden. Hier sind zwei Seiten des Hauses mit Platten verkleidet.
Nur mit einer Sichtfolie aber bereits als fertige Idee konnten sich die Spaziergänger ein Bild von der zukünftigen Station „Luther und das Fremde“ (Jüdenhof) machen.

Weitere Routenpunkte sind das Lutherdenkmal, vor dem wie im letzten Jahr ein Gruppenfoto aller „Spaziergänger“ geschossen wurde.
Nach dem Gruppenfoto wurde eine weitere bronzene Lutherrose direkt am Eingang der Hotels "Graf Mansfeld" enthüllt. Im Anschluss führte der Weg zu einer Station mit dem Thema: "Luther und die Freiheit". Eine große Brache soll zu einem "Vikariatsgarten" als Natur-und Freiraum inszeniert werden. Hier zu gründete sich der Verein Freunde des "Alten Vikariats" e.V.
Nach dieser Station konnten in disem Jahr die Spaziergänger die ersten Fortschritte auf der vorletzten Station: der "Stadtterrasse" mit dem Thema „Luther und der Protestantismus“ besichtigen.
Abschluss dieses "Lutherweges Eisleben" war wieder der Vorplatz der Kirche St. Andreas mit der „Wortbank“, einer 20 Meter langen, geschwungenen Bank. Aufgedruckt sind Auszüge aus der letzten Predigt Luthers, die er auf einer Reise ausgerechnet in seiner Geburtstadt Eisleben hielt. Mit einer Predigt des Pfarrers Scott Moore fand der Spaziergang sein Ende.
Frau Fischer bedankte sich noch einmal bei den Spaziergängern und lud alle für das nächste Jahr zum 4. Spaziergang auf dem "Lutherweg Eisleben" ein.




Hintergrundinformationen zur IBA Stadtumbau 2010
Die Idee für den „Lutherweg Eisleben“ entstand im Jahr 2000. Sie wurde in einem Workshop, den die IBA Stadtumbau 2010 gemeinsam mit der Lutherstadt Eisleben, der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt und beteiligten Privateigentümern im Jahr 2006 in Eisleben durchgeführt hat, präzisiert. Die Vollendung des Lutherweges bis 2010 ist ein Ziel der Stadt Eisleben im Rahmen der IBA Stadtumbau 2010.
Das IBA-Thema der Lutherstadt Eisleben ist „K3: kleiner klüger, kooperativ“. Ziel ist, im Stadtkern Wohnraum mit zeitgemäßen Qualitäten zu entwickeln und Entdichtung im Sinne einer städtebaulichen Strategie der „kontrollierten, kleinteiligen Perforation“ als Chance zu sehen. Zudem soll mittels erfolgreichem Tourismus ein ökonomisches Standbein erarbeitet werden. Dem Projekt „Lutherweg Eisleben“ kommt für die touristische Profilierung der Stadt eine zentrale Bedeutung zu.
Die IBA Stadtumbau 2010 wurde im Jahr 2002 ins Leben gerufen. Das Land Sachsen-Anhalt beauftragte die Stiftung Bauhaus Dessau und die Sachsen-Anhaltinische Landesentwicklungsgesellschaft SALEG mit ihrer Vorbereitung und Durchführung, um sich beispielhaft mit den Problemen und Chancen schrumpfender Städte auseinanderzusetzen.
Dabei versteht sich die IBA als ein Labor, in dem unter den Bedingungen des demografischen Wandels verschiedene „Werkzeuge“ des Stadtumbaus exemplarisch erprobt und angewendet werden. Ziel ist es, modellhafte Projekte zu entwickeln, die Zeichen setzen für die internationale Stadtforschung und -gestaltung. Inzwischen sind 17 Städte in Sachsen-Anhalt mit ihren spezifischen Themen an der IBA beteiligt. Voraussetzung für die Mitwirkung an der IBA ist, dass die beteiligte Stadt sich ein ganz spezifisches Profil erarbeitet, das auf die Stärkung und Nutzung ihrer wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Potenziale setzt und als Leitlinie der baulich-räumlichen Entwicklung dienen kann. Gleichzeitig soll das Thema für den Gesamtprozess relevant und in seinen Ergebnissen auf andere Städte übertragbar sein.




























